Strahlender Teint Mikrodermabrasion für glatte Haut
Die Mikrodermabrasion ist momentan sehr populär. Die Publikumspresse berichtet häufig über die Technik – insbesondere über spezielle Sets für die Heimpflege. Gute Zeiten für Institute, die mit professionellen Behandlungen punkten können.
Mikrodermabrasion, von dieser Behandlung haben inzwischen schon weit mehr Kunden eines Kosmetikinstituts gehört als noch vor einigen Jahren. Diese Gelegenheit sollten Sie nutzen: Rücken Sie die Möglichkeiten ins rechte Licht, die Sie Ihren Kunden mit professionellen Anwendungen bieten können. Schließlich lassen sich mit dem richtigen Wissen gut sichtbare Soforteffekte erzielen – gerade auch bei Problemhaut.
Bei der Mikrodermabrasion wird die Hornschicht (Stratum corneum) mit speziellen Mikrokristallen kontrolliert mechanisch abgeschliffen, und zwar mithilfe eines Vakuum- oder eines Druckluftsystems. Das regt die Neubildung von Zellen an und die Mikrozirkulation der Haut wird erhöht. Die Technik kann man als intensives Peeling in jede kosmetische Grundbehandlung integrieren. So lässt sich die Haut z.B. gezielt auf die Aufnahme von Wirkstoffen vorbereiten, die sich durch zusätzliche Ultraschall- oder Iontophorese-Anwendungen noch verstärken lässt.
Bei Problemzonen
Auch als “Solo-Behandlung” ist die Methode gefragt, um z.B. als Anti-Aging-Kur die Haut zu verjüngen. Damit kann man Narben, Akne, Fältchen, Hyperkeratosen, Cellulite oder Dehnungsstreifen beikommen. Außerdem lässt sich die Haut gezielt auf Faltenunterspritzungen, Schönheits-OPs oder Permanent Make-up-Behandlungen vorbereiten.
Geeignet ist das Verfahren nicht nur fürs Gesicht. Je nach Gerät kann man auch Problemzonen an Hals und Dekolleté, Beinen, Gesäß oder Armen und Beinen ins Beauty-Programm mit einbeziehen. Hier gilt es jedoch, Kosten und Nutzen abzuwägen, rät Tatjana Pflug von Wilde/LCN: “Bei sehr großen Körperpartien ist die Behandlung durch Mikrokristalle sehr aufwändig und erfordert einen hohen Zeitaufwand.” Wie häufig man die Mikrodermabrasion einsetzt, ist individuell verschieden und hängt von Hautbild und gewünschtem Behandlungseffekt ab. Dr. Krystyna Komender-Spira von Skin Jet empfiehlt bei normaler, zu Empfindlichkeit neigender Haut, eine monatliche Behandlung. Bei normaler bis fettiger Haut hingegen zwei bis vier Behandlungen pro Monat, bei Problemhaut wöchentliche Anwendungen. Auch Dr. Sabine Gütt, die für Reviderm arbeitet, macht deutlich, dass Pauschalangaben nicht möglich sind: “Die Behandlungsdichte ist nur mit Blick auf die Haut individuell zu entscheiden.” Und Ionto-Comed empfiehlt: “Ist die Haut vor einer Folgebehandlung noch nicht in einem reizfreien Zustand, ist der Zeitraum zwischen den Behandlungen zu verlängern.” Klar, dass man dem Kunden finanziell ansprechende Pakete schnüren sollte. “Wirtschaftlich attraktive Abonnement-Packages verhelfen langfristig zum angestrebten Behandlungserfolg”, rät Unternehmerin Kirsten Fuhlendorf.
Die Versorgung der Haut
Nicht zu vernachlässigen: Wie effektiv die Mikrodermabrasion ist, hängt auch maßgeblich von der Vor- und Nachbehandlung der Haut ab. Für optimale Ergebnissse sollte die Haut vor der Anwendung gründlich abgereinigt und entfettet werden. Die eingesetzten Präparate dürfen die Haut nicht irritieren. Laut Christian Klöber, Deutsche Nemectron, sollte man deshalb z.B. unbedingt auf direkt vorangehende Fruchtsäurebehandlungen verzichten. Auch Silvia Obermann von Haut Contour ist der Ansicht, dass Wirkstoff-Vorbehandlungen bei der Mikrodermabrasion tabu sein sollten. Selbst bei Narben würden vorangehende Peelings die Haut überfordern.
Nach der Behandlung kommt es darauf an, die Haut mit speziellen Wirkstoffpräparaten zu versorgen. Schließlich soll die Zellaktivität angekurbelt, die Haut aber auch wieder beruhigt werden. Wichtig ist, dass Feuchtigkeit zugeführt und in der Haut gebunden wird. Nahezu jeder Anbieter von Geräten hat auf die Nachbehandlung abgestimmte Präparate in seinem Lieferprogramm, die z.B. Panthenol, Vitamin C, spezielle Peptide oder Antioxidanzien zum Schutz vor freien Radikalen enthalten. Zudem sollte ein hoher Lichtschutzfaktor aufgetragen werden, um Schäden durch UV-Licht zu vermeiden. Auf stark fetthaltige Produkte ist dabei jedoch unbedingt zu verzichten. “Jede fett- oder ölhaltige Substanz würde den Aufbauprozess der Haut sofort wieder stoppen”, erläutert Anne Marie Claaß von ISM Kosmetik. “Nach Möglichkeit sollte man deshalb am Behandlungstag auch kein Make-up verwenden. Wenn doch – ausschließlich fettfreies.”
Wissen ist die Basis
Mikrodermabrasionsgeräte sind heutzutage sehr anwenderfreundlich konstruiert und leicht zu bedienen. Dennoch ist fundiertes Wissen gefragt, wenn man optimale Resultate erzielen will.
Erforderlich sind eine ausreichende Berufserfahrung und vor allem auch weitreichende Kenntnisse in Sachen Hautaufbau. “Voraussetzung ist eine abgeschlossene Kosmetikausbildung oder dermatologische Ausbildung”, so Silvia Obermann. “Grundvoraussetzung für erfolgreiches Arbeiten ist fachliches Know-how und die nötige Sensibilität im Umgang mit den verschiedenen Hautbildern”, findet auch Kirsten Fuhlendorf.
Dazu gehört natürlich auch, dass die Technik in speziellen Schulungen und Seminaren detailliert erlernt wird, in denen nochmals praktisches und theoretisches Wissen vermittelt wird. Diese werden in der Regel vom jeweiligen Unternehmen angeboten. Vorteilhaft ist, wenn man an Modellen mit unterschiedlichen Hautbildern und Hautzuständen arbeiten kann, um praktische Erfahrungen zu sammeln und in der Anfangsphase vom Außendienst begleitet wird.
Kontraindikation sind zu berücksichtigen
Prinzipiell ist die Mikrodermabrasion für alle Hauttypen geeignet. Dennoch bestehen Kontraindikationen, die man kennen muss. Vor der Behandlung eines Kunden sollte deshalb auch immer ein ausführliches Beratungs- und Anamnesegespräch geführt werden.
In folgenden Fällen sollte man z.B. keine Mikrodermabrasion einsetzen:
bei Herpes, Rosazea, Krebs und Turmoren oder bei Neurodermitis und Psoriasis. Vorsicht geboten ist auch bei krankhaften, entzündlichen Hautzuständen, bei bakteriellen und viralen Infektionen sowie bei Warzen, Leberflecken und Muttermalen. Das gilt auch für frische Narben und Wunden. Einschränkungen zu machen sind auch, wenn die Kunden Anti-Akne-Medikamente oder Cortison einnehmen. Sollten Sie sich im Einzelfall nicht sicher sein, dann nehmen Sie Rücksprache mit einem Dermatologen.
Generell gilt übrigens:
Der Augen- und Lippenbereich ist bei der Behandlung auszusparen. Geben Sie Ihrem Kunden nach der Behandlung auch einige Produkt- und Verhaltenstipps mit auf den Weg. So sollte er nach der Behandlung unbedingt auf intensive Sonnenbäder oder Solariumsbesuche verzichten. Auch Schwimmen könnte sich durch das chlorhaltige Wasser negativ auswirken. Stellen Sie ein kleines Heimpflegeset für den Kunden zusammen. So kann er sich sicher sein, seiner Haut auch zu Hause nur Gutes zu tun.
Autorin: Silke Detlefsen, Ki-Magazin